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von Roger Blum und Otmar Richter

Sporttauchermuseum Berlin

Exponate des Sporttauchermuseums Wendenschloss (Teil II):


Aus den Anfängen der Unterwasserfotografie in der DDR – Die „Praktisix“


Nachdem Mitte der 1950iger Jahre Hans Hass´ Filmklassiker „Abenteuer im Roten Meer“ in den Kinos der ehemaligen DDR gezeigt wurde, begannen sich immer mehr Menschen mit dem Tauchen zu beschäftigen. Aber woher Technik und Ausrüstung erhalten? Aufgrund des Beschaffungsmangels blieb ihnen meist nichts anderes übrig als Anzüge, Tauchgeräte und Kameragehäuse selbst zu bauen. Ausgangsmaterialien der Kameragehäuse von damals waren Kochtöpfe, Milchkannen, Benzinkanister und ähnliche Behälter. Eine Vielzahl interessanter Exponate aus dieser Zeit sind erhalten und im Sporttauchermuseum Berlin-Wendenschloss ausgestellt.

Praktisix
Einäugige Spiegelreflexkamera „Praktisix“
Hersteller: VEB Kamera-Werke Niedersedlitz (1957 – 1964)
Format 6x6, Rollfilm 120 / 220, 12 / 14 Aufnahmen, Bildzählwerk, Blitzanschluss
Objektive: Meyer-Optik Primotar E 3,5/80, Zeiss Tessar 2,9/80; Biometar 2,8/80 mit P6 Bajonett-Objektivanschluss und automatischer Springblende


Eine Herausforderung der Unterwasserfotografen war, die Fotoapparate wasserdicht und den Anforderungen unter der Wasseroberfläche bedienerfreundlich zu gestalten. Zu dieser Zeit war die „Praktisix“ ein bekanntes Modell. Die klassische einäugige Spiegelreflexkamera für das Mittelformat (6 x 6) wurde im Jahre 1956 anlässlich der photokina eingeführt und in ihren ersten Versionen vom VEB Kamera-Werke Niedersedlitz von 1957 bis 1964 produziert. Sie war die Verläuferin der Pentacon Six. Mit der Praktisix wurde ein neuer Bajonett-Anschluss für Mittelformat-Objektive eingeführt (P6-Bajonett).


Praktisix Praktisix
Nachrüstung mit Balgennaheinstellgerät mit Teilen eines „Praktina-Balgens“ für Nah- und Makroaufnahmen Konstruktion zur Kopplung des Auslösers mit der automatischen Springblende


Im Tauchermuseum befindet sich unter anderem ein von Dr. Martin Rauschert gebautes Unterwassergehäuse für die „Praktisix“ aus dem Jahre 1958. Er gehört zu den ersten und aktivsten Unterwasserfotografen der DDR. Der promovierte Biologe erarbeitete wesentliche theoretische und experimentelle Grundlagen der Unterwasserfotografie und nahm an zahlreichen biologischen Expeditionen in die Polargebiete teil, u.a. überwinterte er 1980-82 und 1984-86 auf der sowjetischen Antarktisstation Bellingshausen.


Praktisix Praktisix
Gehäuse für „Praktisix“
Eigenbau: Dr. Martin Rauschert, 1958
Material: PVC verklebt
Frontscheibe: Im Eigenbau unter Wärme geformte Kalotte aus Plexiglas, um die Weitwinkelwirkung der Objektive bei den oft schlechten Sichtverhältnissen in Binnengewässern zu vergrößern.


Das interessante an diesem Gehäuse sind jedoch die Veränderungen, die von Dr. Rauschert an der Kamera selbst vorgenommen wurden. Der Rollfilm des Formats 6 x 6 cm besaß nur 12 Aufnahmen, d.h. nach nur 12 Aufnahmen musste der Tauchgang unterbrochen werden, um aufzutauchen und den Film zu wechseln – ein aufwändiges Prozedere. Um dieses zu minimieren, konstruierte und baute Rauschert neben einem Balgennaheinstellgerät zur Erzielung von Nah- und Makroaufnahmen ohne Objektivwechsel eine Kassette, in der deutlich mehr Filmmaterial aufgenommen werden konnte. Dazu wurden 5 Rollfilme zusammengeklebt, wodurch nun 60 Aufnahmen ohne das lästige Filmwechseln gemacht werden konnten. Ein deutlicher Vorteil gegenüber den 36 Aufnahmen der Kleinbildkameras des Formats 24 x 36 mm.

Praktisix Praktisix
Nachrüstung für den Betrieb mit Filmspulen für 60 Aufnahmen im Format 6x6 mit einer eigens dafür gebauten Kassette. Zu diesem Zweck wurden 5 Rollfilme mit je 12 Aufnahmen zusammengeklebt.


Text: Roger Blum und Otmar Richter
Fotos: Otmar Richter

Exponate des Sporttauchermuseums Wendenschloss:

Mehrglasmaske mit aufblasbarem Gummischlauch (Baujahr ca. 1940 -1945)

Ende des Jahres 2014 erhielt das Sporttauchermuseum Berlin-Wendenschloss eine Schenkung aus dem Nachlass von Franz Cech aus Wien. Dieser hatte in den Jahren 1945 bis 1952 eine Vielzahl von Gegenständen für die Expeditionen des österreichischen Meeresforschers Prof. Dr. Rupert Riedl entworfen und hergestellt. Riedl war unter anderem Leiter der ersten österreichischen Nachkriegsexpedition „Unterwasser-Expedition Austria“. [mehr]



Gesucht wird! Wer kann helfen?


Zur Vervollständigung unserer Sammlung suchen wir dringend zum Kauf, als Dauerleihgabe oder auch als Schenkung noch folgende Exponate:

Presslufttauchgerät MEDI 713 Tüttensee
Presslufttauchgerät „MEDI 713“
VEB Medizintechnik Leipzig (MEDI)
Trockentauchanzug „Pinguin“
VEB Medizintechnik Leipzig (MEDI)

Wer weiß, wo sich solche Gegenstände befinden, vielleicht sogar noch verstaubt in einem Keller oder auf einem Boden?

Für jeden Hinweis sind wir dankbar.

Kontakt:
Otmar Richter
Leiter des Sporttauchermuseums des Tauchsportklubs Adlershof im PSB24 e.V.
E-Mail: kurier-richter@gmx.de





Tauchermuseum beteiligte sich am Museumstag 2016 Der Tauchsportklub Adlershof im ProSport Berlin e.V. beteiligte sich mit seinem Museum am 22. Mai 2016 am 39. Internationalen Museumstag (IMT). Uwe Scholz führte interessierte Taucher und Nichttaucher durch das vereinseigene Museum. Als neue Ausstellungsstücke konnte das Sporttauchermuseum eine Vielzahl von Eigenbaugeräten des Meeres- und Polarforschers Dr. Martin Rauschert präsentieren, z.B. Kameragehäuse aus den 1950iger Jahren. [mehr]

Abtauchen in Wendenschloß (Berlin-Köpenick) Wendenschloß liegt im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick etwa dreieinhalb Kilometer von der Altstadt Köpenick entfernt. Der Name verweist auf die Wenden, die hier einst wohnten. Hier machten die Taucher des Tauchsportklubs Adlershof im ProSport24 e.V. vor dem Historischen Fährhaus eine interessante Entdeckung. In 2-3 m Tiefe entdeckten sie zufällig einige gut erhaltene Tassen, Teller und Kaffeekännchen der MITROPA. [mehr]

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