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von Roger Blum

Tauchen in Deutschland

Eistauchen im Katjasee


Am 6. Januar 2002 war es wieder einmal soweit: Neujahrstauchen am Katjasee. Wir „Hartgesottene“ wollten es uns nicht nehmen lassen, bei einer Wassertemperatur von ca. 2-3 °C in dem eisigen Nass unterzutauchen.




Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und eine herrliche Winterlandschaft betteten die eisbedeckte „Katja“ ein. Wird das Eis uns tragen? Schnell stürzten wir zum Ufer und stellten fest, dass man – anders als noch beim Weihnachtstauchen am 15. Dezember – gefahrlos über´s Eis schlittern konnte.




Zunächst einmal mussten aber zwei Löcher ins Eis gesägt werden. Bei der 15 cm dicken Eisschicht war das eine schweißtreibende Arbeit! Dann kam aber das schwierigste Unterfangen: die Schollen herausheben. Es war bei beiden das gleiche:
Zunächst verkeilt sie sich.
„Hier, an der Ecke klemmt´s.“
„Da musst Du noch ein Stück weghacken.“
Noch einmal wird´s probiert. Sie hängt immer noch irgendwo fest.
„Ihr müsst mehr wippen!“
Also stemmen wir uns noch mehr auf die Scholle und bringen sie ins Wippen. Irgendjemand hat mehrere Meter lange Stämme aufgetrieben, die als Hebel benutzt wurden. Da erschallen schon die nächsten Rufe: „Halt, nicht so schnell! Sonst rutscht sie unters Eis.“
Uff! Gebremst, gestoppt und ...geschafft!




Kaum war das Loch fertig, machten sich schon die einzig wirklich „Tapferen“ – die Nasstaucher – bereit. Insbesondere die zuvor abgesprochenen Leinensignale wurden noch einmal wiederholt.

Ich tauchte mit Silvio und Horst. Um Verwicklungen zu vermeiden, rutschten wir auf unserem Allerwertesten nacheinander ins Wasser. Unter der Eisdecke herrschte ein diffuses Licht, aber das Wasser war sehr klar. Abgestorbene Pflanzen bedeckten den Boden und kein Fisch störte die gute Sicht (na logisch, die schlafen ja alle). Unsere Luftblasen zerplatzten an der ungewohnten Eisbarriere, sammelten sich irgendwo wieder und sausten in die Ferne. Quecksilberblasen. Nach einigen Metern verschwand auch das Einstiegsloch aus dem Blickfeld. Das Ende der Führungsleine verlor sich im diffusen Grün des Sees. Der Gedanke, dass die Sicherungsleine reißen könnte, verursachte bei mir doch ein mulmiges Gefühl im Bauch.




Nach 12 Minuten im eisigen Wasser schwammen wir zurück zum Eisloch. Wenn´s am schönsten ist soll man aufhören. Ich kletterte hinaus und versuchte mich im eleganten Robbenstil vom Eisloch zu entfernen. Wie ein Walross lag ich dann auf dem verdammt rutschigen Eis und musste mit meinen fast tauben Fingerspitzen die Verschlüsse meiner Flossen öffnen.




Nach dem Umziehen erfolgte die Aufwärmphase: Äußerlich am Lagerfeuer und innerlich mit Glühwein. Udo hatte wiedereinmal richtig angeheizt. Danach liefen wir – zum Teil mit Schlittschuhen – zum „Wäldchen“. Es war nicht zu übersehen, denn die Äste wuchsen durch die Eisdecke. Wie Hexenfinger sahen die algenbehangenen Äste der Bäume aus. Silvio machte durch die glasklare Eisschicht übrigens sehr schöne Fotos.




Leider stießen unsere winterlichen Aktivitäten auf Unverständnis eines rübezahlähnlichen Waldmenschen in Dienstuniform. Sollten die nicht eigentlich Winterruhe halten? Na egal, jedenfalls war das Neujahrstauchen wirklich gelungen und gespickt mit tollen Eindrücken.

An dieser Stelle noch nachträglich ein dreifach, kräftiges: „Caisson! Caisson! Caisson!“ und Danke an alle, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben.

(Erstveröffentlichung in „Adlershofer Flossenblätter“ Ausgabe 46/2002)


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