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von Roger Blum

Deutschland

Rätselhaftes Flugzeugwrack im Unteruckersee

Vor etwa zwei Jahren hörte ich abends am Biertisch in Zollchow von einem Dorfbewohner die Geschichte über den Abschuss einer russischen Jak-9 über dem Unteruckersee. Im April 1945 soll ein Junge der Hitlerjugend mit einer Panzerfaust das Flugzeug abgeschossen haben. Die Absturzstelle befinde sich zwischen Prenzlau und dem Nachbarort Röpersdorf. Sollte diese Geschichte wahr sein? Würde man allen Gerüchten und Geschichten Glauben schenken, dann wären so viele Flugzeuge in die heimischen Seen gestürzt, dass diese eigentlich kein Wasser mehr haben könnten und sich ein Turm aus Flugzeugwracks bis zum Himmel erheben würde.
Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Röpersdorf. Am Strand verrotten tatsächlich die Überreste des Querruders einer Jak-9 sowie eines Zusatztanks einer Messerschmidt Me-110. Wir tauchten zur beschriebenen Stelle und fanden in etwa 10 m Tiefe die Übereste eines Flugzeugs. Der Motor wurde bereits durch einheimische Taucher Richtung Ufer gezogen und liegt nun auf ca. 7 m Tiefe.



Neugierig geworden, begann ich zu recherchieren. In den Mitteilungen des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau fand ich einen Augenzeugenbericht über den Absturz eines russischen Jagdflugzeugs in den Unteruckersee. Dieser beschreibt allerdings einen Absturz im April 1946, also nach Kriegsende:

Am frühen Nachmittag des 15. April 1946 flogen zwei russische Jagdflugzeuge von Prenzlau kommend über den Unteruckersee, als plötzlich eines in den See stürzte. Während sich das Flugzeug mit der Nase im Wasser steckend aufbäumte, drehte die andere Maschine Richtung Prenzlau ab. Die verunglückte Maschine begann langsam zu sinken und zwei Personen kletterten aus der Kanzel auf den Rumpf hinauf. Schwimmen konnten die beiden Insassen anscheinend nicht, denn sie standen auf den Tragflächen, hatten sich von Schuhen und Uniformhosen befreit, fuchtelten mit ihren Pistolen herum und riefen die am Ufer spielenden Kindern um Hilfe. Ein Junge stieg in ein am Ufer befindliches Fischerboot und rettete die Verunglückten. Noch während sie dem Ufer entgegen ruderten, versank das Flugzeug im See. Am Ufer drückten die Geretteten den Jungen an sich und steckten ihm einen Fünfzig-Mark-Schein „Alliierten-Geld“ in die Hand. In den nächsten Tagen kamen allmorgendlich Sowjetsoldaten mit einer Gulaschkanone und Brot.

Entweder es gibt zwei Flugzeugabstürze oder mindestens eine Märchengeschichte. Für den Wahrheitsgehalt letzterer spricht, dass dem Augenzeugenbericht ein Dokument beigefügt war, in dem die Rettung eines sowjetischen Fliegeroffiziers (Major Lytschkin vom Truppenteil 35480) auf dem Unteruckersee bestätigt wird. Offen lässt der Bericht aber, ob es sich bei dem abgestürzten Flugzeug auch um eine Jak-9 gehandelt hat. Dagegen spricht, dass die Rettung von zwei Personen geschildert wird, die Jakowlew Jak-9 jedoch ein einsitziges russisches Jagdflugzeug ist. Allerdings wurde für Ausbildungszwecke auch die zweisitzige Jak-9UTI entwickelt, die mit einem verlängerten Rumpf, einer geteilten Kabine und einer Doppelsteuerung ausgestattet war. Neben dem Einsatz zu Schulungszwecken wurde die Jak-9UTI auch für Kurierflüge verwendet.

Im Spätsommer 2010 machte ich mich nochmals auf nach Röpersdorf. Dort konnte ich in Erfahrung bringen, dass die Fundstelle bereits zu DDR-Zeiten den Tauchern der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) bekannt war. Da Munition vorhanden war, durften sie nicht mehr in dem Bereich der Absturzstelle tauchen. Die Munitionsfunde sprechen für einen Absturz vor Kriegsende; jedenfalls wird es sich weder um ein Ausbildungs- noch Kurierflugzeug gehandelt haben. Nach alledem können sich tatsächlich zwei unterschiedliche Flugzeugwracks im Unteruckersee liegen.

Hat jemand weitere Informationen zu dem Wrack? Oder vielleicht sogar historische Unterlagen oder Fotos?
Bitte an info [add] easydive24.de, ich freue mich über jeden Hinweis.



Kommentare: (2)


Von: ohne Namen (Eingetragen am: 11.10.2011 um 20:11 Uhr)

es soll eine ju sei,nach angaben alter leute

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Von: R.B. (Eingetragen am: 13.05.2012 um 23:12 Uhr)

mit Sicherheit keine JU. Es handelt sich um eine Jak-9. Es gab zwei Abstürze, den Abschuss vor Röpersdorf 1945 und die Notwasserung am südöstlichen Seeufer am Bahnhäuschen im Jahre 1946.


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