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von Roger Blum

Flugzeugwracks

Geheimnisvolles Flugzeugwrack im Seddinsee



Der Seddinsee gehört zusammen mit dem Langen See, dem Krossinsee sowie der Großen Krampe zu einer ausgedehnten Seenlandschaft an der südöstlichen Stadtgrenze von Berlin. Der 2,9 km lange und etwa 1 km breite See ist maximal 7 m tief. Die meist miesen Sichtweiten und der viele Bootsverkehr schrecken eigentlich vom Tauchen ab. Doch der See birgt ein kleines Geheimnis. Berichten zufolge soll im Nordosten des Sees bei Gosen am Zwiebusch während des 2. Weltkriegs ein Flugzeug abgestürzt sein. Dem wollte ich nachgehen. Mein Blick bewegte sich über den Seegrund, der hier flach abfällt. Es war dunkel, kalt und die Sicht betrug nur etwa 20 - 30 cm. Ich entdeckte einen kleinen Krebs, der mich neugierig betrachtete. Unweit des Ufers fand ich auch ein kleines Aluminiumstück, doch ob es von dem abgestürzten Flugzeug stammt, kann ich nicht sagen. Die Trümmer des Wracks sollen in einem Umkreis von etwa 100 m verstreut liegen.


Seddinsee
Seddinsee
Seddinsee


Mir war bekannt, dass Ende des 2. Weltkriegs ein amerikanischer Bomber über Müggelheim abgeschossen wurde. Dieser soll jedoch im Gosener Wald nahe dem Gosener Kanal abgestürzt sein. Die Besatzung konnte sich retten, wurde aber gefangen genommen und durch Müggelheim geführt. Berichten zufolge sollen die Überreste des Flugzeugmotos im Jahre 2000 geborgen worden sein. Um welches Flugzeug handelte es sich dann im Seddinsee?


Seddinsee


In einer alten Illustrierten aus dem Jahre 1959 wurde ich fündig. In dieser wird von der Bergung eines englischen Bombers vom Typ Handley-Page-Halifax berichtet. Die Halifax war ein viermotorige schwere Bomber der Royal Air Force. Sie bildete neben der Avro Lancaster, der B-24 Liberator und der Short Stirling das Rückrad der britischen Bomberverbände. Die britischen Bomberangriffe auf Berlin erfolgten meist nachts. Die Maschine soll im Herbst 1944 in den Seddinsee gestürzt sein. Mithilfe eines Schwimmkrans und Motorpumpen wurden die größten Wracktrümmer im Sommer 1959 von Tauchern der Berliner Feuerwehr aus dem Schlamm gezogen. Die Taucher bargen neben den Wrackteilen und Munition auch persönliche Gegenstände der Besatzung, u.a. eine Tabakspfeife und ein Zigarettenetui.


Seddinsee


Leider gibt es nur wenige Informationen über den Absturz. Um welche Maschine handelte es sich? Wer gehörte zur Besatzung und welche Umstände führten zum Absturz? Die Spurensuche geht weiter.

Hat jemand weitere Informationen zu dem Wrack? Oder vielleicht sogar historische Unterlagen oder Fotos?
Bitte an info [add] easydive24.de, ich freue mich über jeden Hinweis.

Text und Fotos: Roger Blum

Quelle:
Lothar Hitziger/Horst E. Schulze, „Unter Seerosen lauert der Tod“ in Neue Berliner Illustrierte (NBI) Nr. 32/1959, S. 10 f.


Kommentare: (2)


Von: Udo S. (Eingetragen am: 13.07.2016 um 14:46 Uhr)

Hallo, auch ich kenne die Geschichte. Meinen Berichten nach wurde dieses Flugzeug in den 50 zigern geborgen. Es soll an der Absturzstelle noch ein riesiges Loch im See geben. Allerdings unweit vom Seddinwall. Notabwürfe von Bomben soll es im Schmöckwitzer Forst gegeben haben. Das es Flugzeugabstürze gegeben hatte erscheint auch logisch. Erstens war Erkner mehrfach Zielgebiet von Bomberangriffen und Zweitens gab es in Gosen eine Flak. Auch gibt es Erzählungen von Abstürzen im Zeuthener See/ Eichwalde. Genauere Informationen vermute ich beim Wasser und Schifffahrtsamt.

Von: Paul (Eingetragen am: 29.12.2017 um 20:26 Uhr)

Habe durch Zufall ihre Berichte gelesen. Bin Gosener Einwohner und habe die Bergung des Flugzeugwracks miterlebt. Der Bruder eines Schulfreundes war der besagte Berufstaucher, der das Wrak entdeckt und mit geborgen hatte. In der NBI Nr. 32/1959 wird unter dem Titel "Unter Seerosen lauert der Tod" darüber berichtet.

Von: Roger (Eingetragen am: 2.1.2018 um 16:21 Uhr)

Vielen Dank für diesen interessanten Hinweis.


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