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von Roger Blum

Wracktauchen in Zypern

"ZENOBIA" - Tauchen an der "Königin der Könige"


Der wohl bekannteste Tauchplatz Zyperns ist das Wrack der „Zenobia“. Es ist das größte betauchbare Wrack des Mittelmeeres und gehört zu den Top 10 der weltweit betauchbaren Wracks.

Die "Zenobia" – benannt nach der syrischen "Königin der Könige", die im Altertum Anspruch als Kaiserin des römischen Ostens erhob – war eine 172 m lange und 23 m breite RoRo-Frachtfähre (RollOn-RollOff). Das in Schweden gebaute Schiff unternahm am 4. Mai 1980 seine Jungfernfahrt nach Syrien, um dann auf der Griechenland-Syrien-Expresslinie den Fährverkehr aufzunehmen. Vor Lanarca neigte sich das Schiff am 2. Juni 1980 um über 40 Grad zur Seite. Als Unglücksursache wird ein Fehler im Computer des Ballastsystems vermutet. Dieser sollte eigentlich durch die ungleichmäßig verteilte Ladung bedingte Krängung durch kontrolliertes Füllen der Wassertanks auf der gegenüberliegenden Seite des Schiffes ausgeglichen. Doch möglicherweise wurde durch das Füllen der falschen Seite die Krängung verstärkt. Eine andere Theorie besagt, dass das Schiff kein bzw. nur wenig Ballastwasser geladen hatte, da Sommerwetter mit ruhiger See herrschte. Als das Schiff dann mit einem scharfen Manöver von der Küste weggesteuert wurde, sei es aufgrund des zu hohen Schwerpunkts gekentert. Das Schiff wurde evakuiert und man versuchte 5 Tage lang die Fähre vor dem Untergang zu retten. Zwischenzeitlich gelang es zwar, die Neigung auf etwa 2 Grad zu reduzieren, doch plötzlich neigte sich das Schiff erneut über 40 Grad. Dabei verrutschte die aus über 100 Lkw´s bestehende Ladung und das Schiff war nicht mehr zu retten. Die stolze "Zenobia" versank am frühen Morgen des 7. Juni 1980 gegen 2.30 Uhr nur 1.400 m vor der Hafeneinfahrt von Lanarca.

Am Wrack der Zenobia

Am Wrack der Zenobia


Heute ist das Wrack der "Zenobia" das beliebteste Tauchziel Zyperns und eines der beliebtesten Tauchziele des Mittelmeerraumes. Die Anfahrt vom Hafen dauert nur wenige Minuten. Die "Zenobia" liegt auf ihrer Backbordseite auf einer Sandbank in 43 m Tiefe. Über dem Wrack jagen Barrakudas und Stachelmakrelen durch große Fischschwärme.


Die riesige, fast waagerechte Steuerbordseite bildet ein stählendes Plateau in 18 m Tiefe und ist auch für Tauchanfänger zu erreichen. Es ist ergreifend an einem Schiff solcher Größe zu tauchen. Ich kam mir ziemlich klein vor, als ich die Steuerbordwand erreichte. Sie ist dicht mit Algen bewachsen und nur ein paar Fenster erinnern daran, dass man nicht auf dem Meeresgrund, sondern auf einem riesigen stählenden Schiffsrumpf landet. Trotz guter Sicht ist das Wrack nie in seinen ganzen Ausmaßen zu sehen.


Ich tauchte zunächst zu der am Heck befindlichen Schiffsschraube. Auch hier wurden mir erneut die riesigen Ausmaße des Schiffs deutlich. Jedes der Schraubenblätter ist mindestens 2 m hoch.


Ich tauchte dann in 34 m Tiefe entlang der Heckklappe und erreichte das offene, obere Ladedeck im hinteren Teil des Schiffes. Hier liegen mehrere Lkw´s über die große Zackenbarsche patroulierten.


Im Inneren des Schiffs soll man dann auf dem unteren Ladedeck auf eine Vielzahl von Lkw´s stoßen. Beim ersten Tauchgang wollte ich jedoch noch nicht ins Innere des Wracks eindringen, sondern mir zunächst ein Bild vom Tauchplatz machen. Bereits nach einer halben Stunde Tauchzeit musste ich meinen Aufstieg zurück an die Oberfläche beginnen. Zwar hatte ich eine 15 l Flasche auf dem Rücken, doch viel zu schnell gelangt man hier in die Deko-Zeit.

Beim zweiten Tauchgang tauchte ich dann durch ein offenes Fenster an der Bordwand in einen der Passagiergänge. Da das Schiff auf der Backbordseite liegt, befand sich über mir die steuerbordseitige Bordwand mit ihren Fenstern und Bullaugen. Das Spiel des Lichts, das durch die noch intakten Fenster schien, wirkte beruhigend. So tauchte ich von Lichtkegel zu Lichtkegel in Richtung Bug. Allerdings war der Weg teilweise auch durch Trümmer versperrt, die ich durch kleinere Umwege nach unten umtauchen musste, so dass es teilweise auch recht dunkel und eng wurde.


Die Lage des Schiffs auf der Backbordseite wurde mir hier erst recht bewusst, als ich an einem scheinbar nach oben gerichteten, auf dem Boden montierten Waschbecken vorbeitauchte. Den Ausgang aus dem Inneren des Wracks erreichte unterhalb der ehemaligen Brücke. Der Blick nach unten zeige die gewaltigen Ausmaße des Schiffes. Ich tauchte vorbei an Treppen und Aufgängen, an einem Rettungsboot und erreichte nach 45 min Tauchzeit wieder die Reling, an der das Seil zur Oberfläche befestigt war.


Ein letzter Blick zurück zur „Zenobia“ und ich tauchte auf. Die riesige Bordwand verschwand allmählich im Blau des Meeres.

Am Wrack der Zenobia

Am Wrack der Zenobia





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