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von Roger Blum

Tauchziele in der Karibik

Die Seepferdchen von La Restinga

Isla Margarita/Venezuela



Der Nationalpark Laguna La Restinga beherbergt das größte Mangrovengebiet der Isla Margarita. Der ca. 10.700 ha große Nationalpark besteht aus dichten Mangrovenwäldern und Kanälen. Letztere haben so romantische Namen wie Plaza de mis amores oder canal del beso. In den Sümpfen und Mangrovenwäldern von La Restinga sind über 100 Vogel- und Fischarten anzutreffen, unter anderem Fischadler und Pelikane.





Aber nicht nur Vogelkundler kommen hier auf ihre Kosten. Die Wurzeln der Mangroven bieten Muscheln, Krabben, Nacktschnecken und Seesternen einen sicheren Lebensraum.




Die Stars der Unterwasserwelt von La Restinga sind aber nicht die Seesterne, sondern kleine Seepferdchen (Hippocampus erectus). Sie halten sich mit ihren langen Ringelschwänzen an den Mangrovenwurzeln fest. Die Einheimischen nennen sie „Caballito de Mar“. Meist sind ein männliches und ein weibliches Tier anzutreffen. Die Seepferdchen können sich gut tarnen und sind im rostbraunen Wasser nur schwer zu erkennen. Man muss schon genau hinschauen, um sie zu entdecken. Das Weibchen ist rotbraun, das Männchen deutlich heller und gefleckt. Sie führen feste Partnerschaften und die Männchen nehmen den Weibchen sogar die Schwangerschaft ab – samt dickem Bauch. Weil die Männchen die „Frauenarbeit“ des Kinderaustragens übernehmen, sind die niedlichen Tiere wahrscheinlich auch bei den Frauen so beliebt.


Seepferdchen in La Restinga
Seepferdchen in La Restinga
Seepferdchen in La Restinga
Steinbrüche von Löebjün


Einen unerwarteten Kontrast zum Grün der Mangrovenwälder des La Restinga Nationalparks bietet die unmittelbar angrenzende Halbinsel Macanao. Sie bildet den Westteil der Isla Margarita. Die hügelige, wüstenartige Kakteenlandschaft erinnerte mich ein wenig an alte Westernfilme.





Ein Besuch des Meeresmuseums in Boca de Río, dem größten Ort von Macanao, rundet den Ausflug ab. Das Museum befindet sich nur wenige Kilometer südwestlich des La Restinga Nationalparks. Es ist zwar nicht mit westlichen Standards vergleichbar, doch bieten die Becken, in denen Ammenhaie, Stechrochen, Schildkröten und Zackenbarsche gehalten werden sowie ein paar Aquarien einen kleinen Einblick in die Unterwasserwelt der Isla Margarita. Kinder haben die Möglichkeit in einem „Streichelbecken“ Seesterne, Seegurken und Seeigel hautnah kennenzulernen. Ein großes Walskelett sowie eine Ausstellung über die Entwicklung der Seefahrt bilden das Kernstück des Museums.



Text und Fotos: Roger Blum


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