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von Steven Blum

Tauchen in Dubai

Fujairah - Abtauchen am Rande der Wüste


Wenn Sie gehört haben, dass die Vereinigten Arabischen Emirate zum Tauchen auf keinen Fall zu empfehlen sind, lesen Sie bitte hier über die wenig bekannten Tauchgebiete an der Ostküste. Vielleicht ändern Sie danach ihre Meinung…

Die Vereinigten Arabischen Emirate im Südosten der Arabischen Halbinsel gehört zu den heißesten Gegenden der Welt. Von Mai bis September klettern die Temperaturen tagsüber häufig auf über 40 Grad im Schatten. Auch nachts kühlt es sich selten unter 30 Grad ab. Wer eine Abkühlung braucht, springt ins Meer. Oder geht unter Wasser die Unterwasserwelt des Persischen Golfs bestaunen. Leider ist aufgrund des Fehlens natürlicher Riffe die Unterwasserwelt nicht sehr reichhaltig. Der Meeresboden ist flach und sandig und ein Tauchgang bietet in der Regel nicht allzu viel Abwechslung außer einigen wenigen Felsen, an denen spärlich einige Korallen wachsen. Die allgemeinen Sichtweiten wanken je nach Jahreszeit zwischen 3 und 8 Metern und sind somit als eher schlecht zu bezeichnen.


Während beim Tauchen in Abu Dhabi außer ein paar Arabischen Kaiserfischen nur wenig Fisch anzutreffen ist, liegen vor der Küste Dubais einige Auto- und Schiffwracks in einer Tiefe von 10 bis 30 Metern auf dem Meeresgrund, die bei Tauchausflügen regelmäßig angefahren werden. Vor allem das Wrack der Zainab, ein georgischer Frachter der während des Zweiten Golfkrieges Öl aus dem Irak schmuggeln wollte und im April 2001 westlich von Dubai sank, ist ein beliebtes Anfahrtsziel der zahlreichen Tauchboote, die täglich von Jumeirah Beach aus starten. Von der Unterwasserwelt her ist das Tauchen in Dubai aber vergleichbar mit Tauchgängen in Abu Dhabi. Wer mit Haien, Rochen und Schildkröten tauchen möchte, der sollte zum Tauchen nach Fujairah fahren.


TAUCHEN IN FUJAIRAH Äh, wer oder was ist Fujairah? Das waren auch meine ersten Fragen, als ich das Ziel hörte. Also erst mal googeln. „Fujairah ist das kleinste, östlichste und neueste Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate. Abseits der gängigen Touristenpfade. Umrahmt vom Hajar-Gebirge. Unabhängig von Sharjah seit 1952. Halb so groß wie das Saarland. Etwa 143.000 Einwohner.“ Fakten, Fakten, Fakten, von denen aus taucherischer Hinsicht nur eines wirklich wichtig ist: Fujairah ist das einzige Emirat, dessen Küste nicht am Persischen Golf liegt, sondern am Golf von Oman, der sich im Osten zum Indischen Ozean öffnet. Denn Fujairah liegt an der Ostküste der arabischen Halbinsel und teilt die Nordspitze von Oman, Musandam, vom südlichen Teil Omans und wird daher manchmal selbst für einen Teil des Oman (der nicht Teil der VAE ist) gehalten. Da das Emirat knapp eine Autostunde von Dubai entfernt ist, organisieren viele der in Dubai ansässigen Tauchbasen Tagesausflüge zu den artenreichen Korallenriffen der Tauchrevieren Fujairahs.


Landschaftlich ist Fujairah vom wild zerklüfteten Hajagebirge geprägt. Atemberaubende Felswände, schroffe Überhänge und tiefe Schluchten bilden eine steinige Barriere zwischen dem Golf von Oman und den Wüstenlandschaften im Inneren des Landes. Steil abfallende Klippen und weiße Strände überraschen entlang der nur 70 Kilometer langen Küste von Wahala bis Dibba Al Fujairah mit ihrer einzigartigen Schönheit. Steil ragen gewaltige Felsen in das blaue Wasser des Indischen Ozeans und bieten im Gegensatz zu den die flachen und sandigen Meeresböden in Dubai und Abu Dhabi mit den vorgelagerten Riffen ideale Voraussetzungen für einen farbenprächtigen Artenreichtum.


Die bereits zu Beginn des Artikels erwähnte Hitze führt zu Wassertemperaturen von 28 bis 34 Grad Celsius. Damit ist der Golf von Oman eines der wärmsten Gewässer der Welt. Ein idealer Brutkasten für Algengrün und Plankton, was ab und zu eingeschränkte Sichtweiten von 5 bis 7 m zur Folge haben kann, dafür aber einen enormen Fischreichtum mit sich bringt.

Vor allem der südlichste Tauchplatz Fujairahs - Martini Rocks - ist für seine „Fischsuppe“ bekannt. Der Tauchplatz hat seinen Namen einer ananasförmigen Felsformation unter Wasser zu verdanken, die an ein Martini-Glas erinnern soll. Die Tauchtiefe beträgt hier zwar nur 12 bis 19 Meter, zählt damit aber schon zu den tieferen Tauchrevieren Fujairahs. Fast unbeweglich hängen hier riesige Rotfeuerfische nahe an Felsüberhängen und Spalten, um bei aufkommender Dämmerung durch ihr Revier zu schweben. Muränen geifern aus den Spalten, während Drachenköpfe gut getarnt am Riff verharren.


Nur wenige Meter entfernt von Martini Rocks befindet sich Shark Island. Anders als man gleich vermuten mag verdankt der Tauchplatz nicht einer ansässigen Haipopulation seinen Namen, sondern der Form der aus dem Wasser ragenden Felsspitze, die an eine Haifischflosse erinnert.

Das Abtauchen am Shark Island bringt eine schöne Artenvielfalt. Mehrbarben, Brassen, Rotzahndrücker, Picasso's, Koffer- und Kugelfische, Flötenfische, Rotfeuererfische, Drachenköpfe, Zackis, Kaiser-, Fledermausfische und viele mehr sind hier an den Sharm Rocks genau so anzutreffen wie Barakudas und Schildkröten.


Wer Haie sehen will, sollte die nur 5 Bootsminuten vom Al Aqua Hotel entfernten Sharm Rocks anfahren. Da drei Spitzen wenige Meter aus dem Wasser ragen wird der Tauchplatz auch Three Rocks genannt. Die drei Felsen zeichnen sich durch eine kaum überschaubare Artenvielfalt aus. Sie sind bewachsen mit gelb blühenden Büschen aus schwarzer Koralle und lila Weichkorallen. Über dem Sand amen Sepias kleine Korallenblöcke nach, gleich daneben vergräbt sich die eine oder andere Flunder. Ja und dann kommt auch noch ein Zitterrochen vorbei.

Sharm Rocks in Fujairah Blaue Koralle an den Sharm Rocks Sepia an den Sharm Rocks Bogenstirn-Zitterrochen

Fast unausweichlich gehört zu einem Tauchgang an den Sharm Rocks eine Begegnung mit Schildkröten. Der Platz ist für seine Schildkröten-Population bekannt, die dort regelmäßig in Tiefen zwischen 5 m und 10 m anzutreffen sind. Ob grasend zwischen den Felsen oder schlafend in den Korallen lassen sie sich von den Tauchern nicht stören.


Nicht selten sind hier Barrakudas, gewaltige Kuhschwanzrochen und natürlich Schwarzspitzenriffhaie anzutreffen.

Das berühmteste Tauchgebiet Fujairahs liegt an der Ostküste der Halbinsel Musandam - Dibba Rocks. Die Felsspitze bildet die Grenze zum Sultanat Oman und liegt vor der Stadt Dibba. Diese Stadt ist eine geographische Kuriosität, da die einzelnen Ortsteile teilweise in den Emiraten Sharja und Fujairah, aber auch im Sultanat Oman liegen.

Der Tauchplatz ist sowohl für Anfänger als auch erfahrene Taucher zu empfehlen. Taucht man auf dessen Nordseite ab, erlebt man einen unglaublichen Fischreichtum und auch so mancher Schwarzspitzenriffhai patroulliert hier an der Riffkante. Auf der südlichen Seite zeigen sich Weichkorallen in all ihrer Pracht und zahlreiche farbenprächtige Nacktschnecken und Federsterne machen das Gebiet zu einem optimalen Revier für Makro-Fotographen.

Dibba Rocks Federsterne vor den Dibba Rocks Nacktschnecken an den Dibba Rocks

Alle Tauchpätze werden von Al Boom Diving angefahren. Die Basis in Fujairah ist im Hotel Le Meridien integriert.



Text/Fotos: Steven Blum


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