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Was lebt im Atlantik?




von Roger Blum

Tauchen in Dakar/Senegal

Unbekanntes Senegal - Tauchen am Westzipfel Afrikas


Senegal ist heute das meistbesuchteste Reiseland Westafrikas. Von Dakar, der Hauptstadt des Landes, bietet sich die Erkundung der sich weit in den Atlantik hinausragenden Landspitze des Cap Vert an. Das Cap Vert ist eine vulkanische Halbinsel. Die vulkanische Struktur setzt sich auch unter Wasser fort. Leider ist die Tauchinfrastruktur noch nicht so gut ausgebaut. Ein paar Tauchbasen (z.B. Club Océanium in Dakar oder der Nautilus Dive Club) haben sich in Dakar und Umgebung angesiedelt.

Tauchen in Senegal



Dakar liegt auf der südlichen Hälfte der Cap Vert-Halbinsel, die zu beiden Seiten von malerischen Küstenstraßen eingerahmt wird. Der Club Océanium de Dakar befindet sich im Südosten an der Route de Petite-Corniche Est. Die Tauchbasis ist fußläufig in wenigen Minuten vom Präsidentenpalast aus zu erreichen. Der Club Océanium bietet Tauchkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Er ist – wie die meisten Tauchbasen im Senegal - im Wesentlichen auf französische und belgische Gäste eingestellt.

Im Westen Dakars verläuft die Corniche Ouest vom Rond point Madeleine bis fast hinauf zur Pointe des Almadies, dem vorgeschobenen Westzipfel Afrikas. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Madeleine-Inseln. Die schroffen Felseninseln sind ein Vogelparadies und wurden 1976 zum Nationalpark erklärt. Hauptinsel ist die Ile aux Serpents (Schlangeninsel). Allerdings gibt es dort keine Schlangen. Vielmehr ist der Name abgeleitet nach einem aus der französischen Armee dorthin verbannten Soldaten namens Sarpan. Heute sind die Inseln unbewohnt. Einem alten Glauben der Lebou-Fischer zufolge sind die Inseln aber von Ahnengeistern bewohnt. An den Madeleine-Inseln gibt es mehrere Tauchplätze bei durchschnittlichen Tiefen zwischen 15 und 25 m. Die Strömung ist gering und die Sicht kann zwischen 10 bis 30 m betragen.

Madeleine-Inseln

Blick auf die Madeline-Inseln

Direkt vor dem Hafen von Dakar liegt die Insel Gorée. Sie ist per Fähre innerhalb weniger Minuten von Dakar aus erreichbar. Seit 1978 ist die Insel UNESCO-Weltkulturerbe. Die 36 ha große Insel hat als ehemaliger Sklavenhandelsstützpunkt unrühmliche Geschichte geschrieben. Gorée war eine Drehscheide des internationalen Sklavenhandels. Auf der Insel warteten die Sklaven auf ihren Abtransport nach Übersee und wurden hier wie Säcke im Bauch von Sklavenschiffen gestapelt. Das ehemalige Sklavenhaus kann bei einem Rundgang über die Insel besucht werden. Vor Gorée findet sich ein regelrechter Schiffsfriedhof, M´Bao genannt. Insgesamt soll es über 100 Schiffe am M´Bao Friedhof geben, unter ihnen die Konnke Thie, Konnahke und die 1940 gesunkene Takoma (Tacoma). Das Tacoma Wrack befindet sich in 12 bis 15 m Tiefe direkt am nördlichen Ende der Insel Gorée.

Gorée

Die Insel Gorée liegt direkt vor dem Hafen von Dakar

Ein weiteres Tauchgebiet sind die Fischer- und Badeorte N´gor und Yoff an der Nordküste des Cap Vert. Mehr als 30 Tauchplätze soll es hier geben. Sie sind mit dem Boot in wenigen Minuten zu erreichen. Auf der dem Festland zugewandten Seite der Insel N´gor gibt es zwei kleine Sandstrände, die durch die Insel vor den Brechern des Atlantiks geschützt sind und sich gut zum Schwimmen und Schnorcheln eignen. Der Nautilus Dive Club befindet sich unweit des Flughafens Dakar am N´gor Strand.

Wer mehr als Sonne und Meer sucht, der kann sich auf Tierbeobachtung ins Reservat von Bandia begeben. Das kleine Naturreservat ist als Tagesausflugsziel beliebt. Riesige Baobabs (Affenbrotbäume) und Akazien beherrschen das Landschaftsbild der Savanne. Bei der Pirsch im offenen Geländewagen sind Affen, Warzenschweine, Antilopen, Giraffen und eine interessante Vogelwert (z.B. Abessynische Racke) zu sehen.

Bandia



Fernreisende Aquarianer finden in den Süßwasserbiotopen des Senegal den Senegal-Flösselhecht (Polypterus senegalus) und den Fünfpunktbuntbarsch (Hemichromis fasciatus), der auch im Brackwassergebiet anzutreffen ist. Ebenfalls im Senegal lebt der Buntbarsch Hemichromis letourneauxi. Diese in West- und Zentralafrika weit verbreitete Art hat aber eher eine unauffällige, schlichte Färbung.

Abschließend ist festzustellen, dass der Senegal ein interessantes Urlaubsland mit viel Potential ist. Insbesondere das Flair Westafrikas mit dem bunten Treiben hat mich in seinen Bann gezogen.

Fotos: Roger Blum


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