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Was lebt im Mittelmeer?




von Steven Blum

Tauchen in Italien

Tauchen in Sardinien


Auch wenn das Mittelmeer auf einer Hitparade der weltweit schönsten Tauchplätze eher selten erscheinen wird, gibt es auch hier schöne Tauchspots. Sardinien ist einer davon. Die Unterwasserwelt rund um die zweitausend Kilometer Küstenlinie kann sich sehen lassen. Kristallklares Wasser, angenehme Wassertemperaturen sowie ein großer Reichtum an Fischen bieten hervorragende Tauchbedingungen. So wird ein Tauchgang mit Neoprenanzug und Pressluftflasche eine perfekte Ergänzung zum Strandurlaub.


Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel des Mittelmeeres und fast dreimal so groß wie die direkt im Norden angrenzende Nachbarinsel Korsika. Im Nordosten liegt die berühmte Costa Smeralda, die Smaragdküste. Seit 1962 kaufte ein Konsortium unter dem schwerreichen Religionsführer Aga Khan die unberührte und unwegsame Landschaft im Nordostzipfel der Insel zu Spottpreisen auf, gewann Investoren und stampfte hier Ferienorte, Yachthäfen und die dazugehörige Infrastruktur aus dem Boden – gedacht allerdings nur für den internationalen Jetset, die „Oberen Zehntausend", denen die bis dahin angesagten Orte wie St. Tropez oder Monte Carlo zu langweilig und - vor allem – zu überlaufen wurden. Innerhalb von etwa 30 Jahren wurde hier ein kleines Paradies geschaffen mit dem Hauptort Porto Cervo, in dem hunderte Yachten liegen können, wobei der Preis für einen Liegeplatz pro Tag eine Monatsmiete für eine Vierzimmerwohnung hierzulande weit übersteigt.

Sardinien bietet nicht nur ein mildes mediterranes Klima und traumhafte Strände mit kristallklarem Wasser, sondern auch reichhaltige Kultur und besonders gastfreundliche Einwohner. Da ganz Sardinien ein Naturschutzgebiet ist, kann man überall seltene Tier- und Pflanzenarten entdecken.


Der Sommer mit seiner intensiven Sonneneinstrahlung ist natürlich die beste Reisezeit. Im Juli und August drängen sich aber hier die Touristen und Taucher aus allen Ecken Europas, so dass statt dessen in der Vorsaison der Juni mit seinen langen Tagen und dem ruhigen Wetter zu bevorzugen ist. Auch im September bis November hinein ist das Meer bei schönem Wetter immer noch warm und gut betauchbar. Außerhalb der sommerlichen Hochsaison findet man leicht eine Unterkunft. Es gibt gute Hotels, anmietbare Ferienhäuser und sehr gute Campingplätze.

Die Gewässer hier zählen zu den klarsten im westlichen Mittelmeer, und sie sind reich an Leben. Die Fauna ist hier für Mittelmeer-Verhältnisse besonders reichhaltig. Neben den üblichen Oktopussen, Muränen, Skorpionsfischen, Lippfischen und Brassen findet man hier prächtige Zackenbarsche.


An der Nordostküste gegenüber dem Archipel von La Maddalena liegt das Städtchen Palau. Hier gibt es mehrere Tauchbasen, die regelmäßig Ausfahrten zu den vorgelagerten Tauchspots anbieten. Die Ausflüge unterscheiden sich in Short-, Mid- und Long-Distance-Ausfahrten und dauern entsprechend einen halben oder auch einen ganzen Tag.

Je nach Tauchplatz ähneln die Tauchgänge hier langen Spaziergängen über unterseeische Wiesen oder hochalpinen Exkursionen zwischen zerklüfteten Geröllhalden. So befinden sich hier einerseits schöne Seegraswiesen (Posidonien), die eine wesentliche Rolle für das biologische Gleichgewicht in den Gewässern der küstennahen Inseln spielen. Sie dienen vielen Kleinstlebewesen, Weichtieren, Wirbellosen, aber auch größeren Fischen als Heimat, als sicher Schutz vor Feinden, als Laichplatz, zur Fortpflanzung oder schlicht weg als Kinderstube. Desweiteren dienen Seegraswiesen vielen Arten als Nahrungs- und Futterquelle.

Im Gegensatz zu den Posidonienwiesen gibt es auch zahlreiche Geröllhalden und steil abfallende Felswände. In den kleinen Höhlen und Unterständen versteckt sich der scheue und mißtrauische Oktopus (Octopus vulgaris), auch Krake genannt. Er kann sich so gut an seine Umgebung anpassen, dass man ein gutes Auge haben muss, um ihn zu entdecken. In Sekundenschnelle kann er seine Färbung von grau zu rot oder kastanienbraun wechseln und seine Haut von glatt bis warzig variieren.

Schriftbarsch (Serranus scriba) in Seegraswiese Oktopus (Octopus vulgaris) Purpur-Seestern (Echinaster sepositus)


Wie überall in den Meeren der Welt sind auch hier Barrakudas anzutreffen. Der Gestreifte Barrakuda (Sphyraena viridensis), auch Gelbmaul-Barrakuda genannt, tritt in Gruppen auf und misst durchschnittlich 40 cm. Einige Exemplare können jedoch länger als 1 m werden. Nur diese großen Tiere treten zuweil alleine auf. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Europäischen Barrakuda (Sphyraena sphyraena), der aber nicht so weit verbreitet ist und i.d.R. nicht vertikalen dunklen Streifen auf dem silbergrauen Körper besitzt. Weiterhin besitzt der Sphyraena sphyraena Schuppen auf dem vorderen Kiemendeckel, wohingegen diese beim Sphyraena viridensis nicht vorhanden sind.


Das Gebiet der Tauchplätze umfasst das Meeresschutzgebiet rund um das Inselarchipel La Maddalena: Ein weitläufiges Gebiet voller Tauchmöglichkeiten. Hier genießt man eine erstaunliche Fischdichte und kann während eines einzigen Tauchgangs die Mehrzahl der im Mittelmeer häufigen Arten antreffen.

Kuh- oder Leoparden-Sternschnecke
(Peltodoris atromaculata)
Meerjunker (Coris julis) Mittelmeer-Muräne (Muraena helena)


Hier sind an den Riffen und Felsküsten auch fette, sehr zutrauliche Braune Zackenbarsche (Epinephelus marginatus) anzutreffen, die eine maximale Länge von über 1,5 Meter erreichen können. Allerdings bleiben sie in der Regel unter einem Meter lang. Ihr Gewicht beträgt durchschnittlich 12 Kilogramm. Rücken und Seiten der Fische sind braun bis dunkelgrün mit einer gelben Marmorierung. Noch vor etwa 10 Jahren waren die Zackenbarsche, die auch unter den Synonymen Epinephelus guaza und Serranus guaza bekannt sind, durch übermäßige Unterwasserjagd fast großflächig ausgerottet oder in große Tiefen vertrieben worden. Dann setzten Italien und Frankreich ein striktes Jagdverbot ein, was erstaunlich half. Jetzt begegnet man den großen Räubern an den Felsküsten Sardiniens wieder häufiger.




Fazit: Sardinien wird seinem Ruf, als eines der Top-Tauchziele des Mittelmeers zu sein, gerecht. Der Anfänger findet ausgezeichnete Rahmenbedingungen zum Einstieg, aber auch erfahrene Taucher - auch wenn sie glauben, sie haben schon alles im Mittelmeer gesehen - können noch hübsche Überraschungen erleben.

Tauchplätze an der Nordküste Sardiniens:

Kurze Entfernung:

Washington Rock (7-36 m)
Gli Archi (13-29 m)
Il Fungo (The Mushroom) (18-30 m)
Secca di Spargi (12-35 m)
Spargiottello (4-40 m)
Pilastrino di Budelli (14-35 m)
Il Panettone (1-26 m)
Lo Zoppo (11-30 m)
Punta Tegge (3-32 m)
Punta Sardegna (3-34 m)
Secca dell'Oro (18-35 m)

Mittlere Entfernung:

Secca di P. Massimo (24-35 m)
Punta Galera (2-30 m)
La cattedrale (10-35 m)
Il Canalone (3-33 m)
Il Grottino (12-34 m)
Secca del Grottino (5-25 m)
Cala Inglese (8-38 m)
I Picchi (2-40 m)
Coticcio drift (15-33 m)
Il Fiordino (6-42m)
Thaiti (4-35 m)

Große Entfernung:

Marginetto (9-22 m)
Barrettinelli di fuori (10-35 m)
Secca di La Presa (11-32 m)
Secca di Razzoli (10-30 m)
Le Catene (9-30 m)
Secca di Maestrale (14-33 m)
I Monaci (9-30 m)
Secca di Tramontana (13-40 m)
Secca di Grecale (11-40 m)
La Spacca (10-38 m)
Secca delle Razze (13-40 m)



Das Wrack eines riesigen Transportflugzeugs Me-323 "Gigant" liegt etwa fünf Kilometer vor der nordsardinischen Küste beim Archipel La Maddalena in etwa 100 Metern Wassertiefe. Mit einem Gewicht von 45 t, einer Länge von knapp 30 Metern und einer Flügelspannweite von über 55 Metern war es das größte landgestützte Transportflugzeug des Zweiten Weltkrieges. Es handelt sich hier wohl um die einzige Messerschmitt 323 "Gigant", die noch existiert. Der deutsche Flieger wurde am 26. Juli 1943 von einem englischen Kampfflieger abgeschossen. Aufgrund der Tiefe ist das Wrack für Sporttaucher nicht zu betauchen.

Wer ein Flugzeugwrack betauchen will, kann dies an der Nordspitze von Korsika tun. Hier liegt bei Calvi in der Bucht unterhalb der Zitadelle in 29 Meter Tiefe der berühmte "Bomber von Calvi", eine amerikanische B 17 aus dem Zweiten Weltkrieg. Da es sich um einen der beliebtesten Tauchplätze Calvis handelt, sollte man besser frühmorgens dort sein, bevor die zahlreichen Besucher Sand und Schwebeteile aufgewirbelt haben.

Scubapoint Diving Center

(Palau, Sardinien, Italien)
Nur etwa 30 km von Olbia entfernt liegt an der Nordostküste Sardiniens mit Blick auf den Archipel von La Maddalena das gemütliche Städtchen Palau. 1976 nahm James Bond hier am reizvollen Hafen sein Gefährt in "Der Spion, der mich liebte" für die Spritztouren durch Sardinien in Empfang. Heute befindet sich hier auch die Tauchbasis Scubapoint. Die Tauchplätze sind in wenigen Minuten mit dem Boot zu erreichen. [mehr]



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Der B-17 Bomber von Calvi (Korsika/Frankreich) Eines der bekanntesten Tauchplätze von Korsika ist der „Bomber von Calvi“. Es handelt sich um das Wrack eines B-17 G Bombers aus dem 2. Weltkrieg. Dieser Flugzeugtyp war der bekannteste amerikanische Bomber des 2. Weltkriegs. Man nannte die B-17 G auch „fliegende Festung“, denn sie war für ihre Stabilität und ihr Durchhaltevermögen bekannt. Sie konnte beinahe unglaubliche Schäden einstecken und trotzdem weiterfliegen. [mehr]

San Pietro – Begegnung mit dem St. Petersfisch (Sardinien/Italien) Bei spiegelglatter See passiert das Zodiac des Batrakos Diving Center die Hafenausfahrt von Castelsardo. Malerisch klebt der kleine Küstenort im Nordwesten Sardiniens an einem Felsen. Die Altstadt drängt sich an den steil aus dem Meer ragenden Fels, der von einer wuchtigen Festung gekrönt wird. Die Festung von Castelsardo beherrscht die Gegend. Während die meisten Touristen noch in den Hotels ihren zweiten Frühstückskaffee trinken, sind wir schon auf dem Wasser und fahren nach Norden auf den Golf von Asinara. [mehr]


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